Computer in der Waldorfschule?

Computer in der Waldorfschule?

Es gibt in der heutigen Lebens- und Arbeitswelt gibt fast keinen Bereich, in den der Computer nicht vorgedrungen ist. Die Bildungsinstitutionen antworten darauf mit einer regen Einrichtung entsprechender Fächer an den Schulen. Initiativen wie „Schulen ans Netz“ und zahlreiche Förderprogramme sollen die Schulen dazu bewegen, Informatik und Datenverarbeitung in ihre Curricula aufzunehmen, meist aus der Motivation, Schulabgänger auf die beruflichen Anforderungen vorzubereiten.

Nun besteht in den Waldorfschulen der Anspruch, Fächer und Inhalte menschenkundlich begründet zu gestalten. Was gelehrt wird, soll den Menschen in der Entwicklung seiner Wesensglieder förderlich sein. Die allzu ausgiebige Beschäftigung mit dem Computer zeitigt allerdings Blüten, die alles andere als gesundend auf den Menschen wirken und eher als gefährdend eingestuft werden. Soll denn dann überhaupt Computerunterricht in den Waldorfschulen stattfinden? Zwar geht es nicht ums Spielen, Chatten oder ähnliches, doch man könnte auf den Gedanken kommen, dass durch die Arbeit am Computer dieser den Schülern näher gebracht  wird, er auf den Geschmack kommt und die Beschäftigung damit noch zunimmt.

Doch sehen wir aufgrund  der alldurchsetzenden Computerisierung  in der Gesellschaft die Notwendigkeit, die Schüler an diese aus der menschlichen Kultur  entstandene Technik anzubinden, zumal  in den Schülern das legitime Bedürfnis entsteht, an dem Strom teilzuhaben.

Es ist ähnlich wie bei den Kulturtechniken des Schreibens und Lesens, die aus menschenkundlicher Sicht auch nicht geistig-seelisch bildend auf den Menschen einwirken. Würden wir dieser Notwendigkeit nicht gerecht werden, erzeugten wir eine große Unsicherheit gegenüber dieser Technik. Dabei ist es ein erklärtes Ziel, in der Oberstufe eine möglichst weite Urteilsfähigkeit anzulegen, die es den jungen Menschen ermöglicht, sich in den verschiedensten Lebensbereichen zurechtzufinden.

In diesem Sinne unterscheidet sich der Unterricht in Computertechnologie als ein Bestandteil der Lebenskunde von den bildenden Fächern wie zum Beispiel Kunst, Eurythmie und Musik.

So steht die Erlangung einer Urteilsfähigkeit im Vordergrund und es gilt zum Einen eine Bediensicherheit und zum Anderen eine Verstehsicherheit bei unseren Schülern für die sich stets ausbreitende Welt der Informationstechnologien zu erreichen